Donnerstag, 29. Juli 2010

Köhler tritt ab

Mit seiner kritischen Haltung gegenüber dem Establishment hat sich Herr Köhler große Sympathie erworben. Jetzt ist er, wohl aus Frustration und als demonstrative Geste seines Unmuts über die derzeitige Regierung, von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten, was ihn im ersten Licht noch sympathischer erscheinen lässt.
Was mich dabei stört: das Amt des Bundespräsidenten ist kein Job, den man so einfach hinschmeißt. Die Rolle, die die Verfassung der Bundesrepublik dem Bundespräsidenten zuordnet mag auf den ersten Blick wie die eines Frühstücksdirektors erscheinen, tatsächlich ist sie aber gedacht als die letzte Bastion der Demokratie, der letzte Haltepunkt, bevor alles ins Chaos stürzt. Und deshalb erwarte ich vom Amtsinhaber eisernes Festhalten in seiner Rolle, ich erwarte das er der letzte aufrecht stehende Mann auf dem sinkenden Schiff ist und kühl und bedacht den Überblick bewahrt und nicht, dass er als erster sich ins Private flüchtet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen