Herr Sarrazin freut sich. Prima, toll gemacht! Er schreibt ein neues Buch, schreit ein paar provokante Thesen in die Welt und schon läuft die Maschinerie: die Kritiker heben mahnend den Zeigerfinger, was den Sympathisanten wiederum die Gelegenheit gibt ihren halb-intellektuellen Standpunkt in irgendwelche Mikrophone abzusondern, kurz, die Werbetrommel für das neueste Buch von Herrn Sarrazin wird gerührt.
Nun ist Herr Sarrazin kein Dummer. Er wäre durchaus in der Lage sich der Thematik differenziert zu nähern und vielleicht würden ihm ein paar schlaue Ideen einfallen, wie man die von ihm aufgezeigten Probleme lösen könnte. Aber das ist, offensichtlich, nicht sein Ziel. Er ist ein Zyniker, er kennt seine Wirkung und er macht sich gleichermaßen über Kritiker wie Befürworter lustig.
Für Herrn Sarrazin und Seinesgleichen gibt es nur eine angemessene Reaktion: einfach nicht beachten, nicht kommentieren und ihm damit die Plattform für seine Show entziehen.
Donnerstag, 9. September 2010
Montag, 2. August 2010
Love-Parade wird verboten
Keine Frage, der Tod von 20 Menschen war ein tragisches Unglück. Und das bei einer Veranstaltung wie dieser, bei der tausende Menschen sich friedlich versammeln, da ist der Tod von Menschen ein wirklich schockierendes Erlebnis, aber deswegen verbieten?
Für mich ist das ein typischer Fall der verzerrten Wahrnehmung, die nicht nur in unserer Bevölkerung vorherrscht. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen mehr als 3000 Menschen. Das sind etwa 10 pro Tag. Wird deshalb das Autofahren verboten? Gut, vielleicht ist das ein schlechtes Beispiel, was ist dann mit den Toten und Verletzten, die es jedes Jahr auf Deutschen Volksfesten gibt? Auch wenn sie keiner zählt, ich bin mir sicher, dass sie, zusammengenommen, leicht die 20 übersteigen. Sollen deswegen alle Volksfeste verboten werden? All diese Toten werden nur nicht wahrgenommen, weil sie als Einzelfälle gelten.
Genaugenommen, wenn man die Zahl der Teilnehmer und die bisher durchgeführten Paraden nimmt, dann ist die Love-Parade bisher einer der sichersten Massenveranstaltungen gewesen. Unglücke dieser Art hat es zuvor auch gegeben, in Fußballstadien, bei Rockkonzerten und man hat daraus gelernt. Auch die Love-Parade hat davon profitiert und es wurden von vorn herein Maßnahmen ergriffen, die Leben und Gesundhei der Teilnehmer schützten. Und zukünftige Veranstaltungen werden davon profitieren. Die Love-Parade von Duisburg wird als warnendes Beispiel zitiert werden um allen Beteiligten einzuschärfen die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Ich würde gerne wissen was die Opfer dazu zu sagen würden, wenn sie denn könnten, dass ihretwegen die Love-Parade verboten werden soll.
Wäre ich eines der Opfer, ich würde es nicht wollen. Ich würde wollen, dass sich die Menschen aus aller Herren Länder weiterhin friedlich versammeln und Ihren Spaß haben.
Für mich ist das ein typischer Fall der verzerrten Wahrnehmung, die nicht nur in unserer Bevölkerung vorherrscht. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen mehr als 3000 Menschen. Das sind etwa 10 pro Tag. Wird deshalb das Autofahren verboten? Gut, vielleicht ist das ein schlechtes Beispiel, was ist dann mit den Toten und Verletzten, die es jedes Jahr auf Deutschen Volksfesten gibt? Auch wenn sie keiner zählt, ich bin mir sicher, dass sie, zusammengenommen, leicht die 20 übersteigen. Sollen deswegen alle Volksfeste verboten werden? All diese Toten werden nur nicht wahrgenommen, weil sie als Einzelfälle gelten.
Genaugenommen, wenn man die Zahl der Teilnehmer und die bisher durchgeführten Paraden nimmt, dann ist die Love-Parade bisher einer der sichersten Massenveranstaltungen gewesen. Unglücke dieser Art hat es zuvor auch gegeben, in Fußballstadien, bei Rockkonzerten und man hat daraus gelernt. Auch die Love-Parade hat davon profitiert und es wurden von vorn herein Maßnahmen ergriffen, die Leben und Gesundhei der Teilnehmer schützten. Und zukünftige Veranstaltungen werden davon profitieren. Die Love-Parade von Duisburg wird als warnendes Beispiel zitiert werden um allen Beteiligten einzuschärfen die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Ich würde gerne wissen was die Opfer dazu zu sagen würden, wenn sie denn könnten, dass ihretwegen die Love-Parade verboten werden soll.
Wäre ich eines der Opfer, ich würde es nicht wollen. Ich würde wollen, dass sich die Menschen aus aller Herren Länder weiterhin friedlich versammeln und Ihren Spaß haben.
Freitag, 30. Juli 2010
Politikverdrossenheit 2.0
Herr Köhler tritt ab, Koch schmeißt hin, Ole von Beust kündigt das Ende seiner Karriere in der Politik an. Nachdem die Mehrheit des Deutschen Volks enttäuscht der Politik den Rücken gekehrt hat jetzt auch die Politiker selbst die Verdrossenheit über ihr eigenes Wirken erfasst. Zum Glück für Frau Merkel ist die Deutsche Wirtschaft auf dem Weg zu einem Hoch, wie es die Republik seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Würde jetzt das Brot knapp werden, würde Frau Merkel sich sonst möglicherweise auf einem Leiterwagen auf dem Weg zum Schafott widerfinden.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Köhler tritt ab
Mit seiner kritischen Haltung gegenüber dem Establishment hat sich Herr Köhler große Sympathie erworben. Jetzt ist er, wohl aus Frustration und als demonstrative Geste seines Unmuts über die derzeitige Regierung, von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten, was ihn im ersten Licht noch sympathischer erscheinen lässt.
Was mich dabei stört: das Amt des Bundespräsidenten ist kein Job, den man so einfach hinschmeißt. Die Rolle, die die Verfassung der Bundesrepublik dem Bundespräsidenten zuordnet mag auf den ersten Blick wie die eines Frühstücksdirektors erscheinen, tatsächlich ist sie aber gedacht als die letzte Bastion der Demokratie, der letzte Haltepunkt, bevor alles ins Chaos stürzt. Und deshalb erwarte ich vom Amtsinhaber eisernes Festhalten in seiner Rolle, ich erwarte das er der letzte aufrecht stehende Mann auf dem sinkenden Schiff ist und kühl und bedacht den Überblick bewahrt und nicht, dass er als erster sich ins Private flüchtet.
Was mich dabei stört: das Amt des Bundespräsidenten ist kein Job, den man so einfach hinschmeißt. Die Rolle, die die Verfassung der Bundesrepublik dem Bundespräsidenten zuordnet mag auf den ersten Blick wie die eines Frühstücksdirektors erscheinen, tatsächlich ist sie aber gedacht als die letzte Bastion der Demokratie, der letzte Haltepunkt, bevor alles ins Chaos stürzt. Und deshalb erwarte ich vom Amtsinhaber eisernes Festhalten in seiner Rolle, ich erwarte das er der letzte aufrecht stehende Mann auf dem sinkenden Schiff ist und kühl und bedacht den Überblick bewahrt und nicht, dass er als erster sich ins Private flüchtet.
Der drittbeste Gedanke
Wenn mir eine Frage gestellt wird, dann ist die Antwort die ich darauf gebe, die erstbeste. Wenn ich am anderen Tag nochmal über die Frage nachdenke, dann fällt mir die zweitbeste Antwort ein, die schon etwas besser ist. Und wenn ich nach Wochen oder gar Monaten mir die Frage und die gegebenen Antworten nochmal durch den Kopf gehen lasse, dann fällt mir die drittbeste Antwort ein und diese ist dann meist auch die beste und wird auch durch erneutes Grübeln nicht besser.
Viele Menschen geben sich mit der erstbesten Antwort zufrieden und definieren mit dieser ihren Standpunkt.
Viele Menschen geben sich mit der erstbesten Antwort zufrieden und definieren mit dieser ihren Standpunkt.
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