Keine Frage, der Tod von 20 Menschen war ein tragisches Unglück. Und das bei einer Veranstaltung wie dieser, bei der tausende Menschen sich friedlich versammeln, da ist der Tod von Menschen ein wirklich schockierendes Erlebnis, aber deswegen verbieten?
Für mich ist das ein typischer Fall der verzerrten Wahrnehmung, die nicht nur in unserer Bevölkerung vorherrscht. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen mehr als 3000 Menschen. Das sind etwa 10 pro Tag. Wird deshalb das Autofahren verboten? Gut, vielleicht ist das ein schlechtes Beispiel, was ist dann mit den Toten und Verletzten, die es jedes Jahr auf Deutschen Volksfesten gibt? Auch wenn sie keiner zählt, ich bin mir sicher, dass sie, zusammengenommen, leicht die 20 übersteigen. Sollen deswegen alle Volksfeste verboten werden? All diese Toten werden nur nicht wahrgenommen, weil sie als Einzelfälle gelten.
Genaugenommen, wenn man die Zahl der Teilnehmer und die bisher durchgeführten Paraden nimmt, dann ist die Love-Parade bisher einer der sichersten Massenveranstaltungen gewesen. Unglücke dieser Art hat es zuvor auch gegeben, in Fußballstadien, bei Rockkonzerten und man hat daraus gelernt. Auch die Love-Parade hat davon profitiert und es wurden von vorn herein Maßnahmen ergriffen, die Leben und Gesundhei der Teilnehmer schützten. Und zukünftige Veranstaltungen werden davon profitieren. Die Love-Parade von Duisburg wird als warnendes Beispiel zitiert werden um allen Beteiligten einzuschärfen die Sache nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Ich würde gerne wissen was die Opfer dazu zu sagen würden, wenn sie denn könnten, dass ihretwegen die Love-Parade verboten werden soll.
Wäre ich eines der Opfer, ich würde es nicht wollen. Ich würde wollen, dass sich die Menschen aus aller Herren Länder weiterhin friedlich versammeln und Ihren Spaß haben.